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Interview mit dem Fotomagazin „The inspired Eye“ im März 2018

(übersetzt ins Deutsche):

 

Bevor wir anfangen, erzähl uns doch etwas über Dich.

Ich lebe in Hannover, einer mittelgroßen Stadt in Norddeutschland mit meiner Partnerin und zwei Katzen zusammen. Seit Geburt habe ich eine Sehbehinderung. Links sehe ich nichts, und rechts ungefähr 25 %.

Weil das mit dem Sehnerven zusammenhängt, kann man sich mein Sehen so vorstellen wie ein Internetvideo mit einer geringen Datenrate: Konzentriere ich mich auf ein Objekt, z.B. ein Gesicht, erkenne ich relativ viele Details. Versuche ich dagegen in einer Menschenmenge jemanden zu finden, wird es schwieriger, weil alles grob und flächig wird. Ich komme ganz gut damit klar.


Was hat Dich inspiriert zu fotografieren?

In meiner Familie haben zwei Onkel von mir schon immer viel auf Reisen fotografiert und gefilmt. Wenn ich als technikbegeisterter Junge eine ihrer Kameras in die Hand nehmen durfte, fand ich das ganz großartig. Es war ein tolles Gefühl, ein Foto zu machen, und mich auf den Abzug zu freuen.

Als Jugendlicher habe ich in einem Jugendzentrum gearbeitet. Da spielten klasse Bands wie zum Beispiel Green Day. Der Chef vom Jugendzentrum fragte mich, ob ich nicht ein paar Fotos von den Konzerten machen könnte. Da ging es los. Als er mich dann noch fragte, ob ich das alte verstaubte Fotolabor im Keller zum Leben erwecken könne, war ich vollständig mit dem Fotovirus infiziert…

Ab da war ich viel mit der Kamera unterwegs. Ich konnte Stunden in der Fotokammer verbringen und die Zeit vergessen. Im Studium hab ich mir etwas als Tutor für Fotografie dazu verdient. Meine Leidenschaft war die Reisefotografie und das Fotografieren von lost places.


Wie alt bist Du und wann begann Deine Reise als Fotograf?

Ich bin nun 45, gestartet habe ich mit 16. Aber mit ende zwanzig hatte ich keine Lust mehr darauf. Mir gingen die Ideen aus, und andere Sachen wurden wichtiger.

Richtig gepackt hat es mich erst wieder vor genau einem Jahr. Ich war auf einer Ausstellung von Martin Parr und sofort fasziniert. Nachdem ich mir die Arbeiten von ein paar anderen Streetphotographen angeschaut habe, dachte ich: „Das will ich auch!“. Seit dem gibt es keinen Tag, an dem ich nicht die Kamera dabei habe.


Erzählst Du uns, was Dir bei Deiner Entwicklung weitergeholfen hat?

Definitiv geholfen haben mir am Anfang die ganzen Tutorials, die man sich bei Youtube anschauen kann, und ein paar Onlinekurse, die ich mir gekauft habe.

Super zum Schulen des Auges ist auch die Streetedition von den „Wild Photocards“. Da zieht man Aufgaben, mit denen man fokussiert auf die Straße geht und nur eine Sache probiert. Zwei Monate nach intensiven Ausprobieren habe ich mich auf Flickr gewagt. Das war ein großer Schritt nach vorne. Das Feedback von anderen Streetbegeisterten hilft mir sehr. Seit zwei Monaten bin ich auch auf Instagram und lerne interessante Fotografen aus Hannover kennen. Zusammen losgehen macht Spaß und ich lerne, wie andere Ihre Umgebung sehen und dies fotografisch ausdrücken.

Ansonsten ist es üben, üben, üben! Einfach probieren und merken was funktioniert und was nicht.


Würdest Du sagen, dass Fotografieren Dein Leben bereichert? Wenn ja, wie?

Absolut! Fotografieren verändert und erweitert meine Wahrnehmung. Alles um mich herum wird interessanter und reicher. Die Welt ist schöner geworden: Ich genieße die Reflektionen wenn es regnet, Licht und Schatten, wenn die Sonne scheint. Nehme viele Formen und interessante Strukturen wahr, wo vorher nur Stadt war. Ich bin offener für die fremden Menschen um mich herum, sehe ihre interessanten, vielfältigen Gesichter.


Gibt es Fotografen, die Dich inspirieren?  Wenn ja, welche ?

Da gibt es eine Menge, aber ein ganz großer Meister ist für mich neben Martin Parr der Brasilianer Sebastiao Salgado.

Seine Bilder sind unglaublich intensiv und vielschichtig, jedes erzählt seine ganz eigene Geschichte. Und dazu sind sie technisch absolut meisterhaft. Ich kann immer wieder Neues in ihnen entdecken.


Welche Aufgabe erfüllt die Fotografie für Dich?

Kann ich nicht sagen. Es gibt keinen Zweck. Ich fotografiere nicht, weil ich es will oder es einen Sinn erfüllt. Ich fotografiere, weil ich es muss. Es kommt mir vor, als hätte ich mir nicht die Fotografie ausgesucht, sondern umgekehrt.


Verdienst Du mit der Fotografie Geld, oder ist das für Dich nur eine künstlerische Tätigkeit?

Zur Zeit ist eine künstlerische Tätigkeit. Vielleicht entwickelt sich irgendwann aber auch mehr daraus. Zum Beispiel hätte ich Lust, Streetportraits von Menschen zu machen.


Was machst Du beruflich und wie findest Du Zeit für die Fotografie?

Mein Geld verdiene ich als Sozialarbeiter. In dem Job unterstütze ich Menschen, die während der vierziger bis siebziger Jahre in Behindertenheimen Leid und Unrecht erlebt haben.

Es ist ein großes Geschenk für mich, den Betroffenen zu helfen ihre Vergangenheit aufzuarbeiten und vielleicht auch ein wenig loslassen zu können.

Außerdem kann ich dafür sorgen, das die Betroffenen etwas Geld als Entschuldigung vom Staat dafür bekommen.

Da ich nur eine halbe Stelle arbeite, habe ich genug Zeit fürs Fotografieren, was ich sehr genieße.


Welches Genre der Fotografie ist am ehesten was für Dich?

Eindeutig die Street Fotografie. Ich liebe es, mich fotografisch mit der Stadt in der ich lebe, und den Menschen um mich herum zu beschäftigen. Street zeigt mir, wie ich meine Umwelt wahrnehme und verändert diese Wahrnehmung gleichzeitig. In diesem Genre kann ich an jedem Ort und zu jeder Zeit fotografieren.

Und ich brauche dafür nichts weiter als eine Kamera, offene Augen und einen neugierigen offenen Geist.

 


Wenn Du fotografierst, arbeitest Du eher an Serien, oder machst Du eher Einzelbilder die für sich stehen und die momentane Stimmung ausdrücken ?

Das zweite trifft eher auf mich zu.

Auch wenn ich von spannenden Orten einige Aufnahmen mache und behalte, steht jedes Foto für sich.

Serien zu konzipieren, ist aber ein spannendes Thema, mit dem ich mich irgendwann beschäftigen möchte.

 


Kannst Du uns beschreiben welche Auslöser es gibt, die Dich dazu bringen, stehen zu bleiben und ein Foto zu schiessen?

Mein Sehen führt dazu, dass ich oft nicht schnell genug bin, um spannende Momente um mich herum zu erfassen und daraus ein gutes Bild zu machen.

Damit meine ich so was wie besondere zwischenmenschliche Begegnungen oder Juxtapositionen. Bis ich es kapiert habe, ist schon wieder alles vorbei.

Deswegen suche ich mir eher fotografisch interessante Orte und warte, bis etwas passiert. Ich schaffe sozusagen eine Bühne. Dass kann schon mal dazu führen, dass ich zwanzig Minuten verdreht auf dem Boden hocke und darauf warte, dass endlich jemand an der richtigen Stelle auftaucht. Oder mit der Kamera über meinem Kopf in der Gegend herum stehe. Da kann ich richtig geduldig sein und in einen kontemplativen Zustand kommen.

Einmal wurde mir dabei mein Regenschirm, der einen Meter neben mir lag, geklaut. Und ich hab nichts gemerkt. Das Foto, das dabei herauskam, war definitiv die 5 € wert…

Deswegen sind die meisten meiner Streetshots auch eher komponiert und grafisch. Ich überlege mir in Ruhe, wie ich das Bild gestalten möchte und probiere verschiedene Blickwinkel aus. Es ist nicht selten, dass ich nach einem Nachmittag mit 1000 RAWs nach Hause komme.


 

Wie stark ist die Verbindung zu Deinem Thema? Kannst Du diese Verbindung beschreiben?

Wenn ich mit der Kamera auf der Straße unterwegs bin, fühl ich mich lebendig und im “Flow”. Ich nehme für einen Moment Teil am Leben anderer Menschen, und fühle mich kreativ und wach.

Das kann sich beim Bearbeiten der Bilder in abgeschwächter Form wiederholen.

Street ist für mich als ein Hobby. Ich hab es mir nicht ausgesucht, es hat mich erwischt.

 


Was sind Deine vorherrschenden Themen?

Menschen in Beziehung zur Architektur, zu Ihrer Umgebung, zum Licht und zum Schatten. Ich möchte das Besondere im Alltäglichen finden und zeigen.

Deswegen habe ich auch immer meine Kamera dabei. Denn oft entdecke ich selbst auf meinem alltäglichen Wegen zur Arbeit immer wieder etwas, was ich vorher nicht gesehen habe.

Ich mag es sehr, wenn Aufnahmen auf das Wesentliche reduziert sind. Dadurch werden sie spannend und intensiv. Das, was ich an einer Situation oder an einem Ort faszinierend finde, möchte ich fotografisch so reduzieren, dass die Spannung nicht verloren geht sondern eher noch gesteigert wird.

Das ist das, was mich täglich herausfordert und an der Fotografie begeistert.

 


Wie groß ist die Distanz zu Deinen Objekten?

Die Streetphotography wird in Deutschland von vielen Menschen kritisch gesehen, und darum ist es mir wichtig, die fotografierten Personen mit Respekt zu behandeln und sie nicht zu belästigen.

Eine Armeslänge Abstand ist zur Zeit die Grenze, mit der ich mich wohlfühle.

Am Anfang blieb ich sehr auf Abstand, langsam werde ich mutiger.

 


Mit welcher Brennweite arbeitest Du am liebsten?

Am liebsten bin ich mit meinem hervorragenden, kleinen und leichten 24-70mm f/2.8 Objektiv unterwegs. Ich möchte flexibel bleiben und schnell auf die Situation reagieren können. Eine Festbrennweite empfinde ich als zusätzliche Einschränkung. Das reduzierte Sehen reicht mir vollkommen als Hindernis.

Wenn ich doch mal Lust auf eine feste Brennweite habe, nehme ich mein 35mm Objektiv mit. Mehr Objektive habe ich zur Zeit nicht, vielleicht kommt irgendwann mal ein 28mm oder ein 90 mm f/1.8 dazu.

 


Mit welcher Kamera arbeitest Du am liebsten?

Ich bin mit der Panasonic Lumix GX80 unterwegs. Die ist ziemlich klein und leicht, und hat dafür eine ganz gute Bildqualität. Und sie schießt schnelle und lange Serien, auch in RAW.

Wichtig ist mir auch der klappbare Bildschirm, da ich viel am Boden oder über Kopf fotografiere.

Ich spare noch auf eine gute Kompaktkamera, wie z.B. die Canon G7X Mark II. Es gibt einige Orte in der Stadt an denen man eine Fotogenehmigung braucht, wie z.B. in den U-Bahnstationen. Da hätte ich gern was Unauffälligeres.

Insgesamt denke ich, dass das Thema Kamera von vielen überschätzt wird.

Natürlich ist die Qualität einer teuren Vollformatkamera besser. Aber für Streetphotography ist mir das zu viel an Gewicht und Größe. Und zu viel an Preis.

Große Kameras machen den Menschen auf der Straße mehr Angst, fallen zu sehr auf.

Viel wichtiger ist der Mensch hinter dem Objektiv. Es gibt sehr gute Fotografen, die nur ein iPhone oder ein anderes Handy benutzen.

 


Wie ist Dein Verhältnis zur der Kamera? Ist sie ein Freund, Werkzeug oder etwas anderes?

Gibt es Menschen, die mit der Kamera befreundet sind?? Nö, es ist einfach nur ein Werkzeug. Aber eines, das sich gut anfühlen und reagieren muss. Die jemals am besten bewertete Kamera bringt Dir nichts, wenn Du Dich damit nicht gut fühlst. Richtig gut fotografieren kann man erst, wenn man nicht mehr über die Kamera nachdenken muss. Und wenn das eine kleine unkomplizierte Knipse ist, dann ist das auch in Ordnung.

 


Bevorzugst Du Schwarzweiss oder Farbe?

98% Schwarzweiss. Schwarzweiss zeigt eher die Seele der Menschen. Betont das, was sie fühlen. Farbe lenkt häufig ab.

Ich liebe es, mit Kontrasten, Linien und Mustern in meinen Bildern zu arbeiten. Das funktioniert am besten in Schwarzweiss. Farbe betont die Flächen.


Lernst Du eher durch Kurse, oder eher durchs Üben?

Beides. Ich schaue mir immer mal wieder gute Tutorials an, aber am meisten lerne ich auf der Straße.

 


Wie fühlst Du Dich, wenn Du fotografiert wirst?

Das ist vollkommen OK, solange es mit Respekt passiert.

 


Arbeitest Du lieber alleine oder mit anderen zusammen?

Ich mag beides. Wenn ich alleine bin, muss ich mich nicht fragen wie es den anderen geht, wenn ich irgendwo fünf Minuten stehe bleibe und kann mich ganz entspannt treiben lassen.

Wenn ich aber mit jemandem unterwegs bin, der eine ähnliche Art hat zu fotografieren, kann das richtig Spaß machen und sehr inspirierend sein.

Fotografen zu begleiten, die in einem Atemzug sehen, reagieren, abdrücken und weiter gehen finde ich faszinierend. Bei solchen Fotowalks bringe ich aber so gut wie kein anständiges Bild mit nach Hause.

 


Hörst Du Musik, wenn Du auf der Straße unterwegs bist?

Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen. Nein, Musik würde mich stören. Das Gehör ist für mich ein sehr wichtiges fotografisches Sinnesorgan. Oft hör ich tolle Momente, bevor ich sie sehe, und bin darauf vorbereitet, wenn sie ins Bild kommen.

Manchmal höre ich aber Musik beim Bearbeiten der Bilder und das funktioniert gut.

 


Magst Du lieber analoges oder digitales Fotografieren?

Ich mag Analogfotos sehr, wenn ich sie in Ausstellungen sehe. Gerade in den Tiefen zeigen Sie eine unglaubliche Fülle von Details. Ich habe selber lange analog gearbeitet.

Sie macht für aber mich nur Sinn, solange sie im gesamten Prozess analog bleibt. Sobald Fotos eingescannt werden, verlieren sie Ihre Kraft.

Der Austausch über Flickr und Instagram ist mir sehr wichtig. Darum fotografiere ich digital. Ist auch deutlich billiger. 😉

 


An welchen Orten arbeitest Du am liebsten?

Immer da, wo ich bin. Street geht immer und überall. Nur auf völlig überlaufenen Straßen komm ich nicht gut klar. Zu viel auf einmal. Museen, Shopping Malls, Bahnhöfe, U-Bahnstationen usw. mag ich besonders. Man darf sich nur nicht erwischen lassen… Ich fotografiere auch gerne bei Regen, Schneefall, Sonnenauf- oder untergang und Nachts.

 


Wenn Du besonders langsam bist oder keine gute Ideen hast, wie findest Du Deine Inspiration wieder?

Wenn ich besonders langsam bin, fotografiere ich langsam, such mir ruhige Orte. Wenn aber so ein Tag ist, wo gar nichts läuft, mache ich etwas anderes oder spaziere nur so herum.

Und wenn ich an was ganz anderes denke und loslasse, kann die Inspiration plötzlich wieder voll da sein. Wichtig ist, sich nicht unter Druck zu setzen.

An den Tagen, wo ich gedacht habe, dass gar nichts geht, habe ich manchmal die besten Fotos gemacht. Und komme völlig verhungert nach Hause und bin viel länger draußen, als ich geplant habe.

 


Hast Du schon mal Deine Arbeiten ausgestellt?

Das ist mein großer Wunsch für dieses Jahr.

 


Gehst Du zu Ausstellungen?

Ich bin gerne in Ausstellungen. Einerseits, um mir gute Arbeiten anzuschauen, andererseits um zu fotografieren. Kunstmuseen sind tolle Orte, um zu Fotografieren. Die Leute fühlen sich überhaupt nicht behobachtet.

 


Wie zufrieden bist Du mit Deiner Art zu fotografieren und was würdest Du gerne weiter entwickeln?

Im Moment arbeite ich daran, meine Fähigkeiten in der Komposition und in der Arbeit mit Licht und Schatten zu schulen. Ich bin besonders zufrieden mit einem Foto, wenn ich es ästhetisch gelungen finde, und es eine Geschichte erzählt.

Wenn ich mir meine ersten Arbeiten vor einem Jahr anschaue, sehe ich eine deutliche Entwicklung. sie zeigen zwar schon zum Teil eine Geschichte, die Bildgestaltung ist aber noch uninteressant.

Ich glaube, solange ich mit Leidenschaft und Neugier dabe ibleibe, wird die Entwicklung weiter gehen. Und dies geschieht am ehesten, solange ich nicht zu sehr mit dem Kopf etwas will.

Als Projektiee würde gerne irgendwann mit der Kamera das Leben von Menschen begleiten, die ich interessant finde.

 


Kannst Du beschreiben, wie Du entscheidest ob ein Bild gelungen oder ein Fall für den Papierkorb ist?

Schwer zu sagen. Manchmal wünsch ich mir jemanden, der mir hilft, die besten Fotos auszuwählen. Am besten gefallen mir die Bilder, die eine gewisse Ruhe und Klarheit haben. Und wenn sie in mir etwas ansprechen. Bilder mit unruhigem Hintergrund oder zu vielen Objekten lösche ich eher.

Ich fahre ganz gut damit, die Bilder erst auszuwählen, wenn ich genügend Distanz zu ihnen habe. Direkt nach einem Photowalk bin ich noch zu unkritisch. Nach ein, zwei Tagen kann ich viel objektiver entscheiden.

 


Was würdest Du jetzt gerne machen, wenn Du keine Kamera zur Hand hast?

Mit dem Rad rausfahren.

 


Gibt es etwas, was Dir an der aktuellen Fotografie nicht gefällt?

Dieser ganze Selfiewahnsinn und Egokult auf Plattformen wie Instagram. Und dass viele Leute denken, dass uninteressante Bilder spannend werden, wenn sie einen Filter drüberziehen.

 


Welchen Stellenwert hat die Nachbearbeitung der Bilder in Deiner Arbeit?

Gefühlvolle Nachbearbeitung ist für mich ein wichtiger Part des kreativen Prozesses, unbearbeitete Aufnahmen sind mir oft zu fade, zu wenig emotional. Ich stehe auf klare Strukturen und Kontraste.

Vorlagen benutze ich so gut wie nie, sondern entwickle jedes Bild einzeln aus dem farbigen RAW heraus.

Es kommt immer wieder vor, dass ich am Rechner bei einem Bild etwas ganz anderes spannend finde, als in dem Moment, in dem ich es geschossen habe. Und während des Entwickelns kann sich das noch mal verändern.

Dabei arbeite ich gerne mit der U-Point Technologie, ursprünglich ein Feature

der Nik-Collections, die nun DXO aufgekauft hat. Das erinnert mich an das Abwedeln im Fotolabor früher.

 

 

Vielen Dank für das Interview!

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